Puma Suede | Der echte Klassiker

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Der Puma Suede gilt als DER klassische Schuh aus dem Hause Puma. Wie wenige andere Sneaks schlägt der schlichte Wildlederschuh die Brücke zwischen Sport und Style, zwischen Funktionalität und zeitloser Eleganz. Lange Jahre war der Kult-Sneaker nur als Remake erhältlich. Im Juli brachte Puma den Suede im Rahmen der „Puma Archives“-Kollektion wieder im Original-Schnitt von 1968 heraus.

Man stelle sich vor: Coca-Cola verliert ihr Rezept – weg! Einfach nicht mehr aufzufinden! Natürlich wollen die Leute weiter Cola trinken, also kommt behelfsmäßig eine neue Coke auf den Markt, vom Rezept her so nah wie möglich am Original gemischt. Aber der Geschmack ist einfach nicht der gleiche, das merken die Fans sofort.

So ähnlich war das auch beim Puma Suede, dem 1968 erschienenen Basketball Sneaker des internationalen Sportlifestyleunternehmens aus Herzogenaurach. Schon sehr früh entwickelte sich der Schuh zur Style-Ikone und erfreut sich bei Breakdancern, BMXern, Skateboardern, Punk-Rockern und Rappern bis heute großer Beliebtheit.

Was jedoch nur wenige Puma-Fans wussten: Der Suede war längst nur ein „Nachbau“, denn die original Schablonen und Gussformen – in der Branche „Tooling“ genannt – waren bereits gegen Mitte der Achtziger Jahre archiviert worden. Dementsprechend weisen Neuauflagen wie die Suedes der seit 2005 erschienenen Yo! MTV Raps Serie – mit Farben und Mustern von Rap-Ikonen der gleichnamigen Fernsehsendung – viele kleine, aber feine Unterschiede auf. Sie sind unter anderem breiter geschnitten und haben eine höhere Außensohle.

„Es kann immer mal passieren, dass die Originalformen von älteren Modellen irgendwann kaputt oder verloren gehen, oder – wie in diesem Fall – archiviert werden und dadurch nicht mehr verfügbar sind“, erklärt Helmut Fischer, Head of Sport Marketing, PR, Media and Marketing Services, Germany. „Man kann einen Schuh dann zwar aus alten Katalogen oder Broschüren rekonstruieren, aber der Schnitt ist oft einfach nicht derselbe.“

Ein glücklicher Fund

Vor einem Jahr änderte eine unverhoffte Entdeckung die Lage: „Wir haben in einer unserer Fabriken in Asien ein weiteres intaktes Tooling des original Suedes gefunden“, sagt Helmut Fischer. „Der Suede wurde ja früher in aller Welt produziert, nicht nur in Europa.“ Dank dem Fund konnte die Marke mit dem geschwungenen Streifen den verloren geglaubten Schuh als 1:1 Originalversion neu auflegen: Der Suede ist jetzt als erstes „True Original“ der „Puma Archives“-Kollektion wieder auf dem Markt – und zwar ausschließlich in Europa.

Welche Philosophie steckt hinter den Puma Archives? „Es geht darum, Produkte, die eine lange Geschichte und einen gewissen Lebenszyklus hinter sich haben, wieder neu zum Leben zu bringen“, erklärt Helmut Fischer. „Bei den True Originals geht es weiterhin darum, die Schuhe möglichst unverändert und originalgetreu zu produzieren.“Der neue/alte Suede weist neben original Farben und dem gleichen Wildleder – auf Englisch „Suede“ (daher der Name) – auch weitere feine Details auf: „Das Original war vorne spitzer und hatte eine etwas niedrigere Außensohle. Dem sind wir zu 100 Prozent nachgekommen.“ Weiterhin ist der Sock-Liner im Inneren des Schuhs „jetzt wieder im All-Over Logo Print voll bedruckt, und der Form Strip und die Schrift unter dem Logo sind auch wieder wie früher.“

Eine ereignisreiche Geschichte

„Wie viele andere Klassiker hat auch der Suede als reiner Basketballschuh angefangen, ähnlich wie der Converse Allstar oder der Dunk“, sagt Fischer. Aber schon bald entwickelte der 1968 erschienene Wildleder-Schuh eine Eigendynamik und avancierte zum Mode-Objekt. Einen großen Beitrag leistete ein prominenter Schuh, für dessen Design der Suede seinerzeit Pate stand: Der Puma Clyde, der 1973 erschienene Profi-Schuh des legendären Basketballspielers Walter “Clyde” Frazier von den New York Knicks.

„Frazier kam damals von sich aus auf [Puma-Gründer] Rudolf Dassler zu und wollte den ersten niedrig geschnittenen Basketball-Schuh mit seinem Namen darauf“, erinnert sich Helmut Fischer, bereits seit 34 Jahren beim Unternehmen. Mit seiner sympathischen Ausstrahlung und Ausnahmeleistungen als Pointguard war der 2,10m große Clyde Frazier die perfekte Marketingfigur für ein Massenpublikum: „Kein anderer Athlet verstand es besser, sportliches Können und Style zu verbinden“, schrieb der amerikanische Sport-Blogger Atillathehun101 kürzlich über Frazier.

Von Anfang an bewarb Puma den Clyde gleichzeitig als Sport- und Modeschuh, mit Slogans wie “Clyde is wearing Pumas to Play. And for Play.” Eine andere Werbung spielt auf Clydes Rekord-Talent im Ball abnehmen an: „I steal for a living.“ Die Image-Werbung kam an, und die Fans trugen den Schuh millionenfach, nicht nur beim Sport.

Oft behaupten Sneaker-Magazine und andere Medien, der Clyde und der Suede seien vom Aussehen her identisch, oder es handle sich um den gleichen Schuh – was jedoch nicht stimmt: „Der Clyde ist breiter geschnitten und hat im Gegensatz zum Suede keine Stitchings in der Außensohle. Außerdem liegt der Form Strip beim Clyde enger an und ist nicht so wellig wie beim Suede. Der Suede hat auch ein Logo an der Ferse und der Clyde nicht.“

Alles Original

Der Startschuss für den Re-Launch des Puma Suede fiel mit der Vorstellung auf der Bright Tradeshow in Frankfurt am 13. Juli 2009. „Wir wollen den Suede in Europa sehr limitiert und originalgetreu halten“, sagt Helmut Fischer. „Die kommenden drei Saisons über wird es keine farblichen Updates geben, dafür bringen wir jetzt Farben, die es lange nicht gab, wie Lila und Gelb oder die ‚Beastie Boys’-Farben Schwarz und Rot.

“Stichwort „Beastie Boys“ – mit welcher Einstellung verbindet Puma den Schuh eigentlich? „Der Suede ist auf jeden Fall mehr als nur ein Basketball-Schuh. Man findet ihn in allen Szenen, vom Hip-Hop bis Punkrock ist er weit und breit vertreten. Man sieht auch Mütter im Suede einen Kinderwagen über die Straße schieben, oder einen Gitarristen in einer Hardcore-Band auf der Bühne stehen. Diese Art von Popularität bei einem breiten Publikum hat dem Schuh über die Jahre immer wieder enorme Aufmerksamkeit beschert und echte Akzente gesetzt.

“Eine etwas abgedrehtere – und vielleicht durch den ein oder anderen missglückten Headspin hervorgerufene – Theorie hat der japanische Breakdancer XBlade 321 zu bieten: „Pumas enthalten Plutonium, das geht durchs Nervensystem direkt ins Gehirn und verschafft mehr Kreativität, Stärke, Beweglichkeit und Ausdauer.“

Ob das mit der Radioaktivität wirklich stimmt, bleibt zu bezweifeln. Aber eine lange Lebensdauer erwartet sich Puma vom neu aufgelegten Suede auf jeden Fall: „Ich glaube, der Suede wird einen langen Lebenszyklus haben und die nächsten acht bis zehn Jahre sicher auf dem Markt sein. Da spielen natürlich viele Faktoren mit rein und es gehört auch Glück dazu. Aber das Feedback von den Kunden stimmt bis jetzt.“

SportundStyle: Walt „Clyde“ Frazier

In der Geschichte der National Basketball Association (NBA) gilt Walt „Clyde“ Frazier von den New York Knicks als Ausnahmetalent. Der 1945 in Atlanta geborene Pointguard brach mit Schnelligkeit und Ballgefühl sämtliche Punktrekorde seiner Zeit und verhalf den Knicks zweimal zum Meistertitel: Erstmals 1970 im legendären Finale gegen die LA Lakers – Clyde holte 36 Punkte, 19 Assists und7 Rebounds – und ein zweites Mal 1973.Fotos aus dieser Zeit zeigen den jubelnden Frazier oft bei Breakdance-Einlagen auf dem Parkett des Stadions – vielleicht schon ein Vorgeschmack auf die vielen Breaker und B-Boys, die in den Achtzigern auf den Clyde abgingen.

www.puma.com

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Showing 2 comments
  • Yeah Yeah

    Es geht ab,denn die neuen Farbkombis sind der Knaller!Die Beastie Boys Edition(Blau mit rotem foamstripe) ist auch am Start….endlich.

  • Hermine Japan Fan

    Ich behaupte, ein wenig differenzierter darf man sich der Thematik schon widmen, oder?

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